Geschichte

 

Seit über 2000 Jahren haben sich Völker in Barcelona niedergelassen und wurden somit Teil der bewegten Geschichte, die Barcelona bis heute geprägt hat.

 

Der Beginn Barcelonas

Über die genauen Gründungsjahre von Barcelona ist nichts bekannt. Fest steht, dass sich bereits in der Jung- und Kupfersteinzeit Menschen an dieser Stelle niedergelassen hatten. Dies dokumentieren Artefakte, die gefunden wurden. 218 v. Chr., am Beginn des Zweiten Punischen Kriegs, eroberten die Karthager, unter der Leitung von Hannibal Barkas, die Region. Bis zu diesem Zeitpunkt verlief die Grenze der karthagischen Territorien ungefähr 150 km südlich vom heutigen Barcelona. Diese militärische Besetzung wird oft als Gründung von Barcelona bezeichnet und wird auf den karthagischen König Hamilkar Barkas zurückgeführt, der die Siedlung Barkeno gegründet haben soll.

 

Unter den Römern

Als 202 v. Chr. die römische Republik die Kontrolle über den Landstrich übernahm, breiteten sie sich allmählich über die restliche Iberische Halbinsel aus. Der Nordosten der Halbinsel war die erste Region, die unter römische Kontrolle fiel und diente daher als Basis für weitere Eroberungen. Dennoch war die Siedlung wenig bedeutend für die römische Republik. Am Ende der Herrschaft Augustus' legte er einen offiziellen Namen der Stadt fest: Barcino. Es war die Kurzform für die 133 v. Chr. gegründete Colonia Faventia Iulia Augusta Pia Barcino. Aufgrund der strategisch guten Position genoss das spätere Barcelona eine rasche wirtschaftliche Entwicklung.

 

Die Westgoten

Auch unter westgotischer Herrschaft ab den 5. Jahrhundert nach Christus blieb Barcino ein bedeutendes Zentrum des westgotischen Königreichs, was auf seine hervorragenden Verteidigungsmauern begründet war. Im Jahr 711 erreichten die Mauren die iberische Halbinsel. Nachdem 717 Tarragona fast vollständig zerstört wurde, ergab sich Barcelona und wurde dadurch vor größerer Zerstörung bewahrt. Die Herrschaft der Mauren in Barcelona sollte jedoch weniger als ein Jahrhundert andauern.

 

Die spanische Mark

Im Jahre 801 eroberte Ludwig der Fromme Barcelona nach einer mehrmonatigen Belagerung, und deklarierte die Stadt als südlichste Grenze seiner Eroberungen von den Mauren. Diese Grenzregion wurde als Spanische Mark bezeichnet. Sie wurde von mehreren Grafen verwaltet, die der König einsetzte. Der letzte Graf Barcelonas, der von den Karolingern eingesetzt wurde, war Wilfried I., der Haarige. Als er 897 starb, wurden seine Besitztümer und Ländereien unter seinen zwei Söhnen Wilfried II. und Miro dem Jüngeren aufgeteilt. Dies sollte die Einführung des Erbadels in der Spanischen Mark bedeuten. Durch seine perfekt ausgerichteten Wehranlagen erlebte Barcelona zu dieser Zeit eine Blüte, bedingt durch die steigende Macht seiner Herrscher.

 

"Die Krone Aragonien"

Die Bedeutung Barcelonas sollte sich im Jahre 1137 noch einmal steigern: Der Ehevertrag des damaligen Grafs Ramon Berenguer IV mit der erst einjährigen Thronerbin Aragoniens führte zur "Krone Aragoniens", welche im Hoch- und Spätmittelalter zur führenden Macht im Mittelmeerraum aufstieg. Mit einer immensen Handelsflotte und mehreren Häfen bildete Barcelona eine wichtige Einkommensquelle für das Land. Nach der Entdeckung Amerikas verringerte sich die Bedeutung der Stadt schlagartig und das politische Zentrum rückte nach Madrid. Im Jahre 1714 wurde Barcelona von französischen Truppen besetzt, und die katalanischen Institutionen wurden aufgelöst. Dies führte zur Auflösung der katalanischen Selbstverwaltung.

 

Die Moderne kehrt ein

Während der Industrialisierung im ausgehenden 19. Jahrhundert fanden Vertreter des Anarchismus in Barcelona viele Anhänger. Die Stadt war demzufolge Schauplatz zahlreicher anarchistischer Anschläge. Dennoch erlebte Barcelona einen wirtschaftlichen Aufschwung und wurde eines der bedeutsamsten Entwicklungszentren Spaniens. Dies führte zur Ansiedlung von Reichtum und politischer Macht.

1888 war Barcelona Gastgeber der Weltausstellung. Eine große Ausdehnung der Stadtfläche vom Parc de la Ciutadella bis zu Barceloneta waren die Folge. Der Expansion von Barcelona folgte 1897 die Eingliederung sechs umliegender Ortschaften und die Anlegung des neuen Stadtbezirk Eixample, was übersetzt "Ausdehnung" bedeutet. Der Wohlstand der Stadt führte auch zu ihrer Wiedergeburt als kulturelles Zentrum. 1929 organisierte man eine zweite große internationale Ausstellung (Exposición Internacional de Barcelona), die ausschlaggebend zum Bau der U-Bahn und zu einer weiteren Urbanisierung des Zentrums war.

 

Bürgerkrieg

Zwischen Juli 1936 und April 1939 herrschte in Spanien Bürgerkrieg. Dieser wurde zwischen der demokratisch gewählten republikanischen Regierung und den Putschisten unter der Leitung von Francisco Franco ausgetragen. Barcelona spielte dabei eine zentrale Rolle, da in der Stadt am Mittelmeer zahlreiche republikanische Kräfte lebten. Im Jahr 1938 war Barcelona das Ziel zahlreicher schwerer Luftangriffe durch die Aufständischen. Am 26. Januar 1939 fiel Barcelona vollständig unter die Kontrolle der Truppen Francos.

 

Die Franco-Ära

Da Barcelona während des Bürgerkriegs massiv gegen den Pusch Francos Widerstand leistete, hatte die Niederlage verheerende Folgen für Katalonien. Vor allem die katalanische Sprache hatte unter der Franco-Regierung zu leiden: Sie wurde als offizielle Sprache in der Öffentlichkeit, der Ausbildung und im Verlagswesen unterdrückt. Damit büßte Barcelona seine Rolle in den Bereichen Politik und Kultur stark ein. Nichtsdestotrotz blieb es eines der wirtschaftlichen und industriellen Zentren des Landes und zog in den folgenden Jahrzehnten viele Immigranten aus ärmeren spanischen Regionen an. Eine beschleunigte Urbanisierung war die Folge sowie die Entwicklung des U-Bahn- und Straßennetzes und der Bau großer Zentren am Stadtrand. Darüber hinaus brachte die verstärkte Zuwanderung spanisch sprechender Bevölkerung einher, dass die Zurückdrängung der katalanischen Kultur in Barcelona nur noch vorangetrieben wurde und sich bis heute nur teilweise erholt hat.

 

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Heutzutage zählt Barcelona zu den modernsten Metropolen Europas und hat in den Bereichen Mode, Kultur und Architektur eine Vorreiterposition eingenommen. Trotz massiver Unterdrückung in der Vergangenheit gilt Barcelona als Symbol für das katalanische Leben.

 

 

 

 

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